Pünktlich waren wir gegen 9 Uhr im Reisebüro und warteten auf die anderen Bootspassagiere für den Ausflug auf die Isla de la Plata. Die kamen aus Holland, England und dem Iran. Den Strand entlang marschierten wir zum Boot, wurden mit einer Schwimmweste beglückt und links und rechts auf die Bänke im Boot gesetzt. Dann ging die etwa 1-stündige Fahrt zur Insel los. Es gibt zwei Meinungen über den Ursprung des Namens der Insel des Silbers: Der Volksmund erzählt die Geschichte des hier als Seeräubers bekannten Francis Drakes, der auf der Insel Silber vergraben haben soll, ziemlich sicher ist aber der Ursprung des Namens in der Tatsache zu finden, dass die vielen Seevögel mit ihrem Mist (Guano) die Felsen der Insel silbrig-weiß gefärbt haben. In einer schönen, sandigen Lagune legten wir an und wateten an Land. Im Jänner zeigt sich die Vegetation nicht von ihrer schönsten Seite, denn der tropische Trockenwald war sehr trocken und man sah kaum ein grünes Blatt. Dementsprechend schattenlos war der Fußpfad um die Vögel zu besichtigen. Die anderen Teilnehmer stimmten wegen der Hitze für eine kürzere Strecke und wir mussten das halt hinnehmen. Zuerst ging es einige Erdstufen bergauf und dann einen Pfad am Gipfel rundherum wieder zurück zum Ausgangspunkt. ![]() Entlang des Weges saßen Blaufusstölpel und bewachten ihre Gelege und Jungen. Unter einem kleinen Dach mit Bänken erzählte unser Führer über das Leben der Vögel und dass sie mit ihren leuchtend hellblauen Füßen ihre Partner beeindrucken wollen. An diesem Tag hatte ich eine leuchtend hellblaue Hose an und einer der Vögel – ich glaube es war ein Weibchen – konnte nicht die Augen abwenden von mir. Wie hypnotisiert starrte sie auf meine Hose. Da hätte ich echt Chancen gehabt wenn ich ein Männchen gewesen wäre! Viele Blaufußtölpel saßen noch auf Eiern, für die es schon etwas spät in der Saison war, aber vielleicht hatten sie ihr erstes Gelege oder gar Junge an die Raubvögel verloren, die unablässig auf der Suche nach unbewachtem „Futter“ sind. Eigentlich saßen sie gar nicht auf den Eiern drauf, denn es war sowieso heiß genug, sie beschatteten sie eher. Rund um das Nest, das nur eine Kuhle in der Erde ist, machen sie mit Kot einen weißen Kreis um ihr Revier zu markieren. Auf dem weiteren Spaziergang konnten wir Kolibris und eine Menge Fregattvögel beobachten, deren Junge schon groß genug waren um mit den Eltern auf die Reise wo auch immer hin zu fliegen. In der Luft waren kleine Geier, Bussarde und Falken zu sehen, die unablässig nach Fressbarem suchten. ![]() ![]() Wieder bei unserem Boot angelangt, brachte es uns in die Nachbarbucht, wo es Gelegenheit gab zu schnorcheln. Meine Tochter wagte den Sprung ins Meer, aber außer kleinen Fischen und einer Schildkröte gab es nicht viel zu sehen. Die Wale, die in den Monaten Mai -September vor Ort sind, waren längst wieder Richtung Arktis geschwommen. Nach dem mickrigen Sandwich, das wir an Bord erhielten, schmeckte uns nach unserer Rückkehr Fisch mit Bananenchips und Erdnusssauce besonders gut. Eine Besonderheit der Küstenbewohner sind die Schnitzarbeiten aus den Samen der Steinpalme, Tagua genannt. Diese Samen sehen, wenn getrocknet, Elfenbein ähnlich und werden steinhart. Allerliebste und auch kitschige Tiere und Gegenstände werden daraus geschnitzt und für wenig Geld am Strand verkauft. Ein Blaufusstölpel aus Tagua musste mit. |