Alhambra
> Durch die Anlage zu den Nasridenpalästen <


Um pünktlich am Eingang der Nasridenpaläste anzukommen, machen wir uns vom Generalife aus zeitig auf den Weg. 20 Minuten muss man als Langsam-Geher bis zum Eingang schon einplanen. Wieder zurück am Zugang zur Generalife-Gartenanlage biegen wir nach rechts auf eine kurze Verbindungsbrücke ab. Durch ein Tor in einer Begrenzungsmauer gelangen wir nun in die große Anlage, die über die Jahrhunderte hinweg entstanden ist.


Hier gabelt sich nun der Weg hinunter zu den Palästen. Wir wählen den linken, der an der Burgmauer vorbeiführt, dem „Secano“, (trockenes Land oder trockener Boden) der entgegen seiner Bezeichnung sehr schöne Bepflanzungsinseln bereithält.




Dieser Weg mündet in eine Zypressenallee, deren Bäume teilweise – ähnlich wie in den Generalife-Gärten – buchstäblich mit dem Lineal beschnitten werden, wie wir selbst sehen können. Nur das Augenmaß erfahrener Gärtner reicht offenbar nicht aus. Diese Liebe zum Detail und die Akkuratesse, mit der die Gärten angelegt und gepflegt werden, lassen sie so großartig erscheinen, wie wohl schon zu Zeiten der Sultane Granadas.


Verlaufen können wir uns hier nicht, denn der Weg führt immer weiter geradeaus, tiefer hinein in die Alhambra-Anlage. Die Nasridenpaläste sind hier gut ausgeschildert.
Linkerhand passieren wir eine auffällige archäologische Ausgrabungsstätte rund um den Abencerragen-Palast.



Wer waren die Abencerragen?
Sie waren ein maurisches Herrschergeschlecht, das während der Nasridenherrschaft in Granada ansässig war, politischen Einfluss besaß und um die Macht in Granada buhlte. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurden sie nach Kämpfen vertrieben. Die Geschichte erzählt von einem verabredeten, blutigen Massaker an 36 Rittern im Saal der Abencerragen, im Innern der Alhambra.
Infoquelle spanische Wikipedia: Abencerrajes

Verschiedene Wehrtürme sind in die breite Außenmauer integriert, jeder mit einer eigenen Bezeichnung. Am Torre de las Cabezas (Turm der Köpfe), ein ehemaliges Verlies, biegen wir nun halb rechts in die Calle Real (die königliche Straße) ein.


Den Zugang zum Kloster San Francisco auf dem Platz der Calle Real nehmen wir nur aus dem Augenwinkel wahr, streben aber immer weiter nach unten, den Palästen entgegen. Wie eine Dorfstraße mutet der Weg im weiteren Verlauf nun an. Sogar ein Hotel gibt es, in dem man übernachten kann. Es wäre sicherlich toll, die Ausblicke bei Nacht mit den Lichtern der Stadt zu genießen!


Weiter führt die königliche Straße an einem ehemaligen Badehaus aus maurischer Zeit vorbei zur benachbarten christlichen Kirche, der Santa Maria de la Alhambra, aus dem 17. Jahrhundert.



Daran schließt sich der auffällige Palast von Karl V. an.




Details, wie die dort angebrachten steinernen Löwen erinnern ein wenig an die ältesten, ebenfalls schon stark verwitterten Darstellungen dieser Tiere vor dem Arsenale in Venedig.





Der einzige Eingang zu den Nasridenpalästen liegt hinter diesem Palast, neben einem Pflanzenbeet mit markant-geschnittenen Bäumen.



Hier öffnet sich der Blick - wie schon in der Generalife-Anlage - auf den gegenüber liegenden Albaicin-Hügel.


Es hat sich für unsere Zugangszeit schon eine kleine, aber überschaubare Schlange gebildet. Gleich wird von Aufsehern auf den Tickets gecheckt, dass unsere Zeit auch wirklich passt. Nur kurz stehen wir hier an und schon geht es hinein, ins begehrte Zentrum der Anlage, für das wir Touristen eigentlich gekommen sind.
Noch einmal müssen wir die personalisierten Tickets samt Personalausweis vorzeigen, um jetzt nacheinander die drei maurischen Paläste mit ihren Sälen, Gemächern, Durchgängen, Terrassen und Höfen besuchen zu können: den Mexuar (Ratsgebäude, Sitz der Administration), den Comares-Palast (Herrschaftsgebäude), den Löwen-Palast (Privatgemächer der Herrscherfamilien) und weitere kleinere Anlagen.